Volksbildungshaus Wiener Urania

Organisation, EDU-A-0002111

Uraniagebäude
Uraniagebäude
Volksbildungshaus Wiener Urania (offizieller Name)

Zeitbereich: 1910 bis 1938
Quelle: Hübl, Adolf: 35 Jahre Uraniafilm. In: Das Kino-Journal, Jg. 26, Nr. 1215, 18. November 1933, S. 7-8.
Stifter, Christian H.: Der Urania-Kulturfilm, die Exotik des Fremden und die Völkerversöhnung. In: Spurensuche, Jg. 13, Heft 1-4, S. 114-148.

Wiener Urania (Alternativer Name)

Quelle: NN: Urania, in: Wien Geschichte Wiki, 25.10.2022, https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Urania (2023-04-01).
1910-06-06 (date of foundation)

Quelle: Hübl, Adolf: 35 Jahre Uraniafilm. In: Das Kino-Journal, Jg. 26, Nr. 1215, 18. November 1933, S. 7-8.

1938 (date of dissolution)

Quelle: Stifter, Christian H.: Der Urania-Kulturfilm, die Exotik des Fremden und die Völkerversöhnung. In: Spurensuche, Jg. 13, Heft 1-4, S. 114-148.
nicht-staatliche Organisation — Erwachsenenbildung

Zeitbereich: 1910 bis 1938
Quelle: Stifter, Christian H.: Der Urania-Kulturfilm, die Exotik des Fremden und die Völkerversöhnung. In: Spurensuche, Jg. 13, Heft 1-4, S. 114-148.
Nach dem Vorbild der Berliner Urania 1897 "auf Anregung aus Kreisen des Niederösterreichischen Gewerbevereins" gegründet, [1] machte sich die Wiener Urania schnell mit Lichtbildervorträgen zu populären Themen einen Namen, die eine Mischung aus Bildung und Unterhaltung boten. Neben begleitender Musik und szenischen Aufführungen sollen dabei, wie immer wieder kolportiert wurde, bereits 1898 im ersten, provisorischen Gebäude der Wiener Urania im Prater auch Kinematographenaufnahmen vorgeführt worden sein. [2] Aber erst mit der Errichtung des Urania-Gebäudes an der Aspernbrücke, das am 6. Juni 1910 eröffnet wurde, verstetigte sich das Angebot an Einzel- und Repertoirevorträgen, bei denen Lichtbilder und so genannte "Kinematogramme" zum Einsatz kamen, verfügten doch sowohl der große Vortragssaal mit 586 Sitzplätzen als auch der kleine Vortragssaal mit 283 Sitzplätzen über entsprechende Projektionseinrichtungen. [3]

Hatte der zu Bildungszwecken im Rahmen eines Vortrags vorgeführte Kurzfilm von Anfang an einen festen Platz im Programm der Wiener Urania, so veränderte sich der Stellenwert des Mediums Film grundlegend mit der Uraufführung des abendfüllenden Kulturfilms "Das Wunder des Schneeschuhs" (Arnold Fanck, DE 1920) am 4. Februar 1921: [4] Von nun an stand nicht mehr der Vortrag, sondern der Film im Mittelpunkt eines Programmformats, das bald in schöner Regelmäßigkeit zweimal täglich "Urania-Filme mit volkstümlicher Erläuterung" zeigte. [5]

Aus heutiger Sicht erscheint einiges an der Aufführungspraxis der ab 1922 durch die Marke "Uraniafilm" geschützten "Bildungs-Großfilme" [6] bemerkenswert: Die Urania erwarb für die Filme, die sie zeigte, nicht nur das österreichische Alleinaufführungsrecht, sondern behielt sich zudem vor, die vom Handel angebotenen Filme "von Fachgelehrten und Volksbildnern nach wissenschaftlichen und volksbildnerischen Grundsätzen" bearbeiten zu lassen, [7] d.h. sie mit neuen Titeln zu versehen und dem Film oder einzelnen Teilen des Films einen kurzen Einführungsvortrag voranzustellen, der, wenn notwendig, auch durch einige Glasbilder ergänzt werden konnte. Ebenfalls bemerkenswert ist die Praxis, die Filmvorträge nicht bloß für einen begrenzten Zeitraum von wenigen Wochen im Programm zu halten, sondern sie über Jahre hinweg immer wieder ins Programm aufzunehmen – eine Praxis, die dem Publikum der Urania bereits von den regelmäßig wiederholten Repertoirevorträgen her vertraut war. Zudem führte die Programmpolitik der Urania zum Aufbau eines stetig wachsenden Archivs an Kulturfilmen (zu denen sich bald auch kürzere Lehrfilme gesellten, die zum Teil von der Urania selbst produziert wurden), die an die Zweigstellen der Wiener Urania oder an andere Bildungsvereine (etwa den Schulkinobund, der eng mit der Urania kooperierte) verliehen werden konnten. 1933 verfügte die Wiener Urania über eine Sammlung "von rund 450.000 Metern" an Lehr- und Kulturfilmen und galt damit als "das größte Lehr- und Kulturfilmarchiv" in Europa. [8]

Nach dem "Anschluss" Österreichs an NS-Deutschland 1938 wurde der gemeinnützige Trägerverein der Wiener Urania "dem 'Reichsamt Deutsches Volksbildungswerk' innerhalb der 'NS-Gemeinschaft Kraft durch Freude' der Deutschen Arbeitsfront (DAF) eingegliedert" [9] und damit auch die Schutzmarke "Uraniafilm" sowie die mit ihr verbundene Praxis aufgelöst.

(Vrääth Öhner)

[1] Hübl, Adolf: 35 Jahre Uraniafilm. In: Das Kino-Journal, Jg. 26, Nr. 1215, 18. November 1933, S. 7.

[2] Ebd.

[3] Programm der Wiener Urania, November 1911, S. 5f. In: Österreichisches Volkshochschularchiv, B-VHS Urania Wien 50/1, Programmzettel 3, 1911-1938.

[4] Verlautbarungen des Volksbildungshauses Wiener Urania, Nr. 6, 1921, S. 7.

[5] Verlautbarungen des Volksbildungshauses Wiener Urania, Nr. 18, 1921, S. 3.

[6] Hübl, Adolf: 35 Jahre Uraniafilm. In: Das Kino-Journal, Jg. 26, Nr. 1215, 18. November 1933, S. 8.

[7] Witt, Gustav Adolf: Lichtbild und Lehrfilm in Österreich, Wien und Leipzig 1927, S. 78.

[8] Hübl, Adolf: 35 Jahre Uraniafilm. In: Das Kino-Journal, Jg. 26, Nr. 1215, 18. November 1933, S. 8.

[9] Stifter, Christian H.: Der Urania-Kulturfilm, die Exotik des Fremden und die Völkerversöhnung. In: Spurensuche, Jg. 13, Heft 1-4, S. 124.

Quelle: WIENER-URANIA_Informationen_VO_2022-02-21
Volksbildung

Source:
Wiener Urania, Wien 1. (hat Vorführort)

Wiener Urania, Wien 1. (hat Büroadresse)
Ludwig Koessler (hat Leiter*in)

Zeitbereich: 1899 bis 1927
Quelle: Österreichische Akademie der Wissenschaften (Hg.): Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950, Bd. 4, Lfg. 16, Wien 1966, S. 50f.
Anmerkung:
Direktor der Wiener Urania
Quelle: Österreichische Akademie der Wissenschaften (Hg.): Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950, Bd. 4, Lfg. 16, Wien 1966, S. 50f.

Adolf Hübl (hat Mitarbeiter)

Österreichischer Bildspielbund (hat Anteil an)

Schulkinobund (ist Kooperationspartner von)

Zeitbereich: 1928 bis 1939
Quelle:
Anmerkung:
1928 Gründung des Unterrichtsarchivs an der Urania; Verleih der Urania-Filme durch den Schulkinobund.
Quelle: Fuchsig, Heinrich: Arbeitspause, in: Das Bild H. 7-8/1928, 126.

Julia Wagner-Jauregg (hat Auftragnehmer)

Zeitbereich: 1927 bis 1932
Quelle: Österreichisches Volkshochschularchiv, Bestandssuche; http://archiv.vhs.at/vhsarchiv-home.html
Anmerkung:
Julia Wagner-Jauregg war Vortragende in der Wiener Urania.
Quelle: Österreichisches Volkshochschularchiv, Bestandssuche; http://archiv.vhs.at/vhsarchiv-home.html

Julia Wagner-Jauregg (hat Mitarbeiter)

Zeitbereich: 1927 bis 1932
Quelle: Österreichisches Volkshochschularchiv, Bestandssuche; http://archiv.vhs.at/vhsarchiv-home.html
Anmerkung:
Julia Wagner-Jauregg war Vortragende in der Wiener Urania.
Quelle: Österreichisches Volkshochschularchiv, Bestandssuche; http://archiv.vhs.at/vhsarchiv-home.html

Eduard Golias (hat Mitarbeiter)

Zeitbereich: Januar 1920 bis März 1938
Quelle: Petrasch, Wilhelm: Die Wiener Urania, Wien (u.a.) 2007, 101; Dostal, Thomas: Bildung zu „Volkstum und Heimat“ in der österreichischen Volksbildung der Zwischenkriegszeit, Univ. Diss. Wien 2017, 195; Stifter, Christian / Robert Streibel: „… und mich freudig zum National-Sozialismus bekenne!“, in: Spurensuche, 29. Jg. 2020, 139–187, 181.
Anmerkung:
Golias führte seit 1920 die Leihzentrale. Von 1932 bis mindestens 18.3.1938 war er Geschäftsführender Obmann bzw. Vorstandsmitglied des Österreichischen Uraniaverbands; außerdem umfassende Vortragstätigkeit in der Wiener Urania.
Quelle: Petrasch, Wilhelm: Die Wiener Urania, Wien (u.a.) 2007, 101; Dostal, Thomas: Bildung zu „Volkstum und Heimat“ in der österreichischen Volksbildung der Zwischenkriegszeit, Univ. Diss. Wien 2017, 195; Stifter, Christian / Robert Streibel: „… und mich freudig zum National-Sozialismus bekenne!“, in: Spurensuche, 29. Jg. 2020, 139–187, 181.

Eduard Golias (hat Leiter*in)

Zeitbereich: Januar 1920 bis März 1938
Quelle: Petrasch, Wilhelm: Die Wiener Urania, Wien (u.a.) 2007, 101; Dostal, Thomas: Bildung zu „Volkstum und Heimat“ in der österreichischen Volksbildung der Zwischenkriegszeit, Univ. Diss. Wien 2017, 195; Stifter, Christian / Robert Streibel: „… und mich freudig zum National-Sozialismus bekenne!“, in: Spurensuche, 29. Jg. 2020, 139–187, 181.
Anmerkung:
Golias führte seit 1920 die Leihzentrale. Von 1932 bis mindestens 18.3.1938 war er Geschäftsführender Obmann bzw. Vorstandsmitglied des Österreichischen Uraniaverbands; außerdem umfassende Vortragstätigkeit in der Wiener Urania.
Quelle: Petrasch, Wilhelm: Die Wiener Urania, Wien (u.a.) 2007, 101; Dostal, Thomas: Bildung zu „Volkstum und Heimat“ in der österreichischen Volksbildung der Zwischenkriegszeit, Univ. Diss. Wien 2017, 195; Stifter, Christian / Robert Streibel: „… und mich freudig zum National-Sozialismus bekenne!“, in: Spurensuche, 29. Jg. 2020, 139–187, 181.

Othmar Gugenberger (hat Mitarbeiter)

Zeitbereich: 1938 bis 1939
Quelle: OeStA, AVA, UM Unterricht allg., Volksbildung: Film 1938–1940, K. 502, Signatur 2D2, Geschäftszahl 47200 4a/VB/38. A.E. Dr. Odomar Gugenberger; betraut mit der Leitung der Schulfilmangelegenheiten mit der Ostmark, 14.12.1938. (KP_1235)
Anmerkung:
Leiter der Schulfilmabteilung und der volksbildnerischen Filmarbeit der Wiener Urania
Quelle: OeStA, AVA, UM Unterricht allg., Volksbildung: Film 1938–1940, K. 502, Signatur 2D2, Geschäftszahl 47200 4a/VB/38. A.E. Dr. Odomar Gugenberger; betraut mit der Leitung der Schulfilmangelegenheiten mit der Ostmark, 14.12.1938. (KP_1235)

Josef Jaksch (hat Mitarbeiter)

Zeitbereich: nach 1903
Quelle: JAKSCH-Josef_Informationen_VO_2022-03-16.docx, IF 2022-09-23.
Anmerkung:
1903 übernahm Jaksch die pädagogische Leitung der von Ignaz Pennerstorfer gegründeten "Schülervorträge" an der Wiener Urania und setzte in dieser Funktion, nach eigenem Bekunden, von Beginn an auf das "lebende Bild" des Kinematographen, das er "volksbildnerischen Zwecken dienstbar zu machen" bestrebt war. Als Leiter der Schülervorträge war Jaksch auch am Aufbau des "Bild- und Filmarchivs der Wiener Urania" beteiligt.
Quelle: JAKSCH-Josef_Informationen_VO_2022-03-16.docx, IF 2022-09-23.

Ewald Schild (hat Auftragnehmer)

Zeitbereich: 1919 bis 1947
Quelle: Schild, Ewald, in: Österreichisches Volkshochschularchiv, Bestandssuche, http://archiv.vhs.at/index.php?id=vhsarchiv_suche&no_cache=1 (2023-01-31); FID-1583233639790_WeltDesUnsichtbaren_h264_1280x720_aac_24fps_lowQ.mp4.
Anmerkung:
Vortragender, gelegentlich mit Filmvorführung
Quelle: Schild, Ewald, in: Österreichisches Volkshochschularchiv, Bestandssuche, http://archiv.vhs.at/index.php?id=vhsarchiv_suche&no_cache=1 (2023-01-31); FID-1583233639790_WeltDesUnsichtbaren_h264_1280x720_aac_24fps_lowQ.mp4.

Johann Paul Haustein (hat Mitglied)

Anmerkung:
Vorstandsmitglied der Wiener Urania ab den 1920er Jahren
Quelle: S(chmidt) + H(ubalek): Ministerialrat Dr. Johann P. Haustein – 80 Jahre, in: Sehen und Hören, H.37/1968, 12.

Film- und Bildarbeitsgemeinschaft der Lehrer Wiens (ist Kooperationspartner von)

Richard Meister (hat Mitglied)

Anmerkung:
Richard Meister hielt Vorträge an der Wiener Urania.
Quelle: Petrasch, Wilhelm: Die Wiener Urania. Von den Wurzeln der Erwachsenenbildung zum lebenslangen Lernen, Wien u.a. 2007, 270.

Österreichische Unterrichtsfilmarchiv (hat Anteil an)

Gustav Adolf Witt (hat Auftragnehmer)

Zeitbereich: 1915 bis 1918
Quelle:
Anmerkung:
Nach Angaben des Personalaktes war Witt bereits vor dem Ersten Weltkrieg im Staatsdienst, gesichert ist zumindest, dass er in den 1910er Jahren bereits als Volksbildner im Urania Programm erscheint/volksbildende Uraniavorträge auch mit Lichtbildern präsentierte. Z.B.: 1915/16: Muster-, Marken- und Urheberschutz – 1916/17: Der Erfindungsschutz in der Kriegszeit – 1916/17, 1917/18: Die technischen Weltwunder des Altertums (mit Lichtbildern) – 1917/18: Erfinderschutz – 1917/18: Sparsames Heizen und zweckmäßiges Lüften (mit Lichtbildern) – 1918/19: Patentkunde (Schutz der Erfindungen)
Quelle: Kursprogramm/Archivinformationsprogramm Österreichisches Volkshochschularchiv http://archiv.vhs.at/vhsarchiv_suche.html?offset=10&pageinput=&rid=951379539 (2023-02-28)



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